Hinter die Kulissen der Sportberichterstattung blickten am 2. Februar Studierende der Studienrichtung „Sportjournalismus und Sportmanagement“. Dank Dozent Sven-Arne Görn erhielte sie exklusive Einblicke beim Spiel der EWE Baskets OldenburgBasketball Löwen Braunschweig. Es folgt das Protokoll eines Abends, verfasst von Philipp Schmalz.

22 Uhr. Die Halle bebt. 6000 Fans feiern den 103:89 Sieg ihrer EWE Baskets Oldenburg gegen die Löwen Braunschweig.

17:30 Uhr. 4 ½ Stunden zuvor. Die Halle ist leer. Keine Zuschauer. Die Klatschpappen liegen noch ungefaltet vor den Sitzen. Es ist nicht mein erster Besuch beim Basketball. Aber es ist das erste Mal, dass ich die Halle als einer der Ersten betrete und es wird das erste Mal sein, dass ich die Halle als einer der Letzten verlasse. Unser Dozent, Sven-Arne Görn, hat uns mitgenommen. Wir sollen live dabei sein, wenn die Live-Übertragung des Basketball-Bundesliga Spiels der EWE Baskets Oldenburg gegen die Löwen Braunschweig produziert wird.

18 Uhr. Der Ablaufplan wird mit allen Beteiligten noch einmal durchgegangen. Dafür wird später keine Zeit mehr sein. Nach der Besprechung geht alles seinen gewohnten Gang. Der Moderator bereitet weiter vor, die Kameras werden an den vorgesehenen Stellen positioniert und getestet, der Aufnahmeleiter sorgt dafür, dass alles möglichst reibungslos abläuft. Auch die Spieler sind nun in der Halle, stehen auf dem Parkett und wärmen sich auf. Moderator und Kommentator Jörg Dierkes zeichnet die Interviews, die während der Auszeiten oder Viertelpausen laufen werden, auf. In diesem Fall sind es Gespräche mit Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic und Ex-Nationalspieler Philipp Schwethelm, der im Spiel zuvor seinen 555. erfolgreichen Dreier seiner Karriere warf. Kurz vor Beginn des Spiels steht ein Interview mit Frank Menz auf dem Programm. Dieses wird, anders als die vorhin erwähnten, live ausgestrahlt. Also wurden der Ton und die Kameras nochmals getestet. Fehler bei diesem Interview können nicht so leicht „vertuscht“ werden wie bei aufgezeichneten Gesprächen

20 Uhr. Anpfiff. Die Stimmung in der Halle ist super. Oldenburg ist bekannt für seine Fans, die ihr Team immer lautstark unterstützen. Bis zur Halbzeit bleibt das Spiel ausgeglichen. Keine Mannschaft kann sich entscheidend absetzen. Erst Mitte des dritten Viertels gelingt es den Hausherren sich eine komfortable Führung herauszuspielen, die sie bis zum Ende auch nicht mehr hergeben. Mit dem 103:89 Sieg bleiben die Oldenburger erster Verfolger der Münchener Bayern. Es scheint, als wäre in dieser Saison noch eine ganze Menge möglich.

23.30 Uhr. Kabel, Kameras und andere Technik wird sicher verstaut und aus der Halle geschafft. Kommentator Jörg Dierkes ist fertig mit dem Vertonen der Highlights. Seit 20:15 war er auf Achse. Live Interview mit Frank Menz, dann kommentieren. In der Halbzeit ein Interview mit Srdjan Klaric, seines Zeichens Manager der Oldenburger. Ohne Verschnaufpause geht in die zweite Halbzeit. Mit dem Schlusspfiff setzt er sich wieder in Bewegung. Wieder Interviews, danach geht es in den Ü-Wagen. Erst jetzt wird mir bewusst, wie viel Verantwortung Jörg Dierkes trägt und wie nervenaufreibend diese Stunden für ihn sein müssen. Und trotz all dessen hat er nach dem Spiel noch die Zeit sich mit mir für ein paar Minuten zu unterhalten. Gibt mir Tipps, ermutigt mich meinen Weg weiter zu gehen.

23.45 Uhr. Die Halle ist fast leer. Ich habe mir mit meinem Kommilitonen einen Ball geschnappt. Ein paar Würfe auf den Korb konnte ich mir nicht verkneifen. Es war ein anstrengender Tag. Viele Eindrücke. Eindrücke, die mir bestätigt haben, dass das was ich seit Jahren machen will, Sportberichterstattung, genau das Richtige für mich ist.

Text: Philipp Schmalz, Foto: Diego Piña Soriano (beide Sportjournalismus und Sportmanagement-Studierende an der DMA in Hamburg) mit Kommentator Jörg Dierkes