DMA-Dozenten am Mikrofon

Rendezvous unter'm Neonlicht - der Podcast über die 80er in Westberlin, mit den beiden DMA-Dozenten Benjamin Lehmann und Marcus Bartelt.

Wie heißt eurer Podcast und worum geht es?

Benjamin Lehmann: „Rendevouz unterm Neonlicht“ - Der 80er Podcast über das Leben, Lieben und Sein in den 80er Jahren in „West-Berlin“.
Marcus Bartelt: Der Name bezieht sich auf ein in den 80ern sehr beliebtes Leinwand-Ereignis: "Rendezvous unterm Nierentisch", bei dem Wochenschau-Ausschnitte und inbesondere Werbung der 50er zusammengeschnitten waren. Ja, dafür haben die Leute damals Geld an der Kinokasse ausgegeben....In den 80ern wurden die 50er verklärt, die heile Welt der deutschen Schlager(filme), Peter Krauss und Connie Froboess, "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" usw. Nierentische wurden auf dem Flohmarkt erstanden und auch ansonsten gab es eine 50er-Nostalgie. Was damals die Fünfziger waren, sind heute die Achtziger - und wir verklären tüchtig mit!

Was hat euch zu diesem Podcast inspiriert?

Benjamin Lehmann: Die 80er sind für uns ein prägendes Jahrzehnt. Ich als 78er Jahrgang reflektiere meine Kindheit bei den Großeltern, die ersten Schuljahre usw. Technische Innovationen, Musik, Kultur, das Leben, all das sind unsere Themen. Möglichst ohne ein „früher war alles besser“ auch wenn man manchmal ins Schwärmen gerät. Aber das „bessere“ versteckt sich für mich eher im „unbeschwerterem“ mit 10 hatte man, neben der 5 in Mathe, keine echten Sorgen.
Marcus Bartelt: Ursprünglich wollten wir einen Podcast über Marketing und Medien machen, aber wir mussten einsehen, dass uns da einfach die Kompetenz fehlt....Spaß beiseite, inspiriert hat uns auch, dass wir als Dozenten im Unterricht immer häufiger "Erzählt doch mal!" gefragt wurden, wenn es um die 80er ging. Es ist für jemanden, der Mitte/Ende der 90er geboren wurde, einfach nicht mehr nachvollziehbar, wie sich das angefühlt hat, in einer Mauerstadt zu leben. Wir sind so etwas wie Zeitzeugen geworden und wollen unsere Erfahrungen nun weitererzählen. Früher hätten wir da ein Buch geschrieben, aber das hätte niemand gelesen - und Podcasts sind die Medien der Stunde. Abgesehen davon, sind die Achtziger zu komplex und reichhaltig, als dass man sie auf eine lustige RTL-Show, in der Hugo Egon Balder sich als Michael Jackson verkleidet und Bernd Hoecker als Prince (oder war es andersherum? Anyway...), reduzieren sollte, dürfte, könnte.

Was ist die Intention eures Podcasts?

Marcus Bartelt: S.o., aber eine weitere wichtige Intention ist der Spaß. Wir verdienen nichts mit dem Podcast, sondern machen das aus einer Ledienschaft für den Inhalt, aber auch für das Medium heraus. Gleichzeitig ist der Erfolg aber auch ein Beweis für uns: Podcasting funktioniert!

Wo und wann kann ich den Podcast hören?

Benjamin Lehmann: Überall wo Podcast draufsteht: Spotify, Anchor, iTunes, uns gibt es aber auch auf YouTube und unsere Website ist in Produktion. 

Was ist der Mehrwert eures Podcasts für junge Menschen?

Benjamin Lehmann: Wir sind 40 und 50 Jahre alt, wir sind heute als Dozenten und als Geschäftsführer in der Welt unterwegs. Die „jungen Menschen“ kommen zu uns als Studierende oder als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir machen alle was mit Medien, und wenn ich sage die 80er haben uns geprägt, dann sind die Veränderungen im Bereich Medien, Marketing und Co. für uns der Anknüpfungspunkt. Es lohnt sich für die jungen Leute diese Zeit zu verstehen. Es hilft unsere Generation zu verstehen, wir sind ja quasi die Verbindung zwischen „old und new economy“, digital, aber ohne die Zeiten ohne Handy und ohne Internet, die analoge Welt vergessen zu haben. Das hilft uns heute in der Beratung von Unternehmen, die auch Zielgruppen Ü25 bedienen müssen.
Marcus Bartelt: Es entsteht in der Tat ein Druck, denn 50 ist das neue 20, oder so. Aber Websiten wie "Ageist", auf denen sich die Gen50+ sammelt und diese auch als Sprachrohr nutzt, um das der Bild der über 50jährigen zu verändern, zeigen auf, dass gerade auch Marketing und Medien diese Zielgruppe ernster nehmen muss als bisher. Denn hier liegt auch das Geld, von dem uns die Marketing-Leute ja erfolgreich trennen wollen. Doch ohne zu verstehen, was diese Menschen in ihrer Jugend geprägt hat, wird das nicht gelingen. Wir haben übrigens auch viele ältere Hörer, die uns eifrig mailen und uns ihre Geschichten aus den 80ern mitteilen. Für die ist unser Podcast eine kleine Reise auch in ihre eigene Vergangenheit.

Wer reinhören möchte findet die ersten Folgen hier.